Besondere Rechte oder Pflichten für das E-Bike

Jetzt geht es ans eingemachte 😉
Nun muss ich aber sagen dass ich dazu nur wenig schreiben werde. Deutschland, Schweiz oder Italien haben zu spezielle unterscheide um es einfach so fest zu halten. Auch werden die Gesetzte immer wieder von neuem angepasst.
Zwei Sachen darf ich aber kurz erwähnen.

Ein Pedelec ist ein Fahrrad mit Tretunterstützung bis 25 km/h und hat in den meisten Länder kein unterschied zum normalen Fahrrad.
Ein S-Pedelec ist ein Fahrrad mit Tretunterstützung bis 45 km/h. Hat in den meisten Länder Fahrradhelm Tragepflicht, Rückspiegel, Versicherungsplakette und Vignette. Zusätzlich braucht man der Führerschein für diese Kategorie (Mofa)
Ein E-Bike ist gesetzlich gesehen ein elektro Motorrad welches ohne zu treten unterstützen kann. Ich schreibe meistens vom E-Bike weil dies auch so in aller Munde ist und ich es verständlich schreiben möchte ohne zu viel Fachchinesisch. Jedenfalls nicht im Menü von Neueinsteiger.

Ist ein Tiefeinsteiger stabil

Tiefeinsteiger, Einrohrrahmen oder auch Wave Rahmen genannt sind im Urbanen Bereicht sehr beliebt. Damenrad ist ein schlechter Ausdruck weil kein Herr würde ein Damenrad kaufen 😉 Aber der Tiefeinsteiger hat sich im Stadtverkehr als äusserst praktisch erwiesen.
Oftmals ist aber die Frage der Stabilität. Das komplette Fahrrad muss nicht gleich stabil gebaut werden wie bei einem MTB. Es sollte aber genug stabil sein damit es nicht ins “schlottern” gerät. Viele Hersteller machen das Rohr etwas dicker und meistens auch mit kanten welches die Stabilität fördert.
Leider gibt es aber sehr viele Hersteller welche es nicht optimal hinkriegen. Eine Probefahrt ist deswegen ein muss. Je nach Beanspruchung des Fahrrades gehen auch da die Kundenwünsche auseinander.

ABS und ESP fürs E-Bike

Ja, richtig gehört. Mittlerweile gibt es ABS fürs E-Bike. Bosch hat mit Magura zusammen ein Antiblockiersystem (ABS) für das Vorderrad gemacht welches ab 2019 für einige Hersteller erhältlich sein wird. Es verhindert ein wegrutschen oder gar überschlagen. Habe das System selbst getestet und es funktioniert. Eine gute Lösung für E-City oder E-Trekking welches unterstützend bei einer Schrecksituation hilft.

Braucht ein E-Bike bessere Bremsen

Mit einem E-Bike fährt man öfters und auch schneller. An den Bremsen zu sparen würde nur ärger bringen und ist gefährlich. Namhafte Hersteller verbauen gute Bremsen. Je nach E-Bike Typ sind es Scheibenbremse oder Felgenbremse.
Bei beiden Bremse hat man Verschleiss. Scheibenbremse sind von E-City bis E-MTB verbaut. Hydraulische Felgenbremse sind bei E-City oder Trekking verbaut. Mechanische Scheibenbremse sind in billig E-Bike verbaut und können nicht empfohlen werden. Mechanische Felgenbremse sind auch im günstigen Segment verbaut und nur sehr selten zu empfehlen.

Ist es wichtig wo der Akku befestigt ist

Mittlerweile ist es nicht selten dass ein E-Bike nur ein Akku hat. Es gibt schon einige Pedelecs die zwei Akkus parallel verbaut haben. Aus diesem Grund gibt es nicht “die Lösung” sondern ganz viele Kombinationen welche die Hersteller machen. Grundsätzlich kennen wir drei Optionen. Der Akku ist unter dem Gepäckträger, im Rahmendreieck oder im Rahmen selbst. Einige Hersteller haben schon neue Lösungen gesucht um den Akku perfekt zu platzieren. Der Motorhersteller Maxon zum Beispiel wollte einen Rucksack herstellen wo der Akku integriert ist – blieb aber irgendwo in der Testphase oder den Papierkrieg zum Prüfen hängen und wurde aufs Eis gelegt.
Weil es mehrere Varianten gibt den Akku zu platzieren und diese auch so verkauft werden wird jede Variante seine Berechtigung haben. Je nach dem ob du ein E-City oder ein E-MTB hast. Lange strecken fährst oder nur kurze und noch viele weitere Faktoren. Nun kommen wir zum wesentlichen.

Akku unter dem Gepäckträger
Der Schwerpunkt vom Fahrrad verändert sich. Wenn das Fahrrad auf dem Ständer steht, man langsam damit fährt oder in Kurven ist es bemerkbar dass es mehr Gewicht hinten oben hat. Zusätzlich noch einen Korb drauf für den Wocheneinkauf verschlechter das Verhalten. Bei einem Damenfahrrad welches von Anfang an keinen stabilen Rahmen hat könnte es ein flattern auslösen. Akku kann meist schnell und unkompliziert ausgebaut werden. Laden ist meist möglich im Fahrrad aber auch ausgebaut. Akku ist etwas versteckter und macht dass Design somit nicht nach dem typischen Elektrorad (sieht man ja vom weiten :), in der heutigen Zeit aber weniger schlimm als vor 10 Jahren)
Fazit: Für ein E-City ganz ok. Sollte aber nicht Täglich für den Einkauf gedacht sein. Speziell auch für spezielle Rahmenbauten geeignet (z.b. Ganz kleine Rahmen welche sonst keinen platz haben usw.)

Akku im Rahmendreieck / oberhalb des Unterrohrs
Bei Damenräder mit einem Rohr kann es störend sein zum auf und absteigen. Gibt aber schon Modelle die ihn deswegen etwas höher nehmen. Schwerpunkt weiter unten und ein besseres Handling gegenüber dem Gepäckträgerakku. Man sieht den Akku aber gut. Ladbar meist im Fahrrad aber auch im ausgebauten zustand. Kann schnell ein und ausgebaut werden. Das E-Bike ist besser ausbalanciert.
Fazit: Gute Lösung für E-City über E-Trekking bis zum E-MTB. Je nach Bauart kann aber der Bidonhalter fehlen. Bis 2019 die meist gebaute Variante.

Akku im Rahmenrohr
Eine elegante Lösung welche ab 2019 sehr oft gebaut wird. Im Unterrohr einen tiefen Schwerpunkt. Im Oberrohr kommt dieser natürlich hoch. Sehr schönes Design machbar. Ladbar im Fahrrad sowie ausgebaut. Das ausbauen braucht 2 sekunden mehr (Achtung: Je nach Hersteller geht es fast wie bei den anderen Varianten, bei anderen Hersteller ist es fast unmöglich den Akku aus zu bauen).
akku ist etwas besser geschützt. Bidonhalter hat wieder seinen Ort. Für den Montageständer oder einem Gepäckträger auf dem Auto könnte die klemme nicht mehr passen.
Fazit: Schönes Design machbar. Von E-City über E-Trekking bis zum E-MTB einsetzbar.

Zwei Akkus parallel
Sobald zwei Akkus verbaut werden wird es fast Grenzenlos. Eine gute Beratung empfehle ich so oder so. Ein Akku im Unterrohr, der zweite oberhalb vom Unterrohr. Gut und elegant für ein E-MTB aber nicht für das E-City Damen.
Fazit: Brauch ich ein Bidonhalter? Muss das Fahrrad ausbalanciert sein? Brauche ich einen Gepäckträger? Muss der Einstieg möglichst weit unten sein? Sobald diese Fragen beantwortet sind wird es nicht mehr eine grosse Auswahl geben.

Welche Schaltung brauche ich

Mittlerweile gibt es sehr viele Schaltungen an einem E-Bike. Je nach Motor ist nicht mehr alles kompatibel. Einen kleinen Überblick was es alles gibt:

Kettenschaltung
Die Kettenschaltung ist immernoch die Schaltung welche den besten Wirkungsgrad hat. Einsetzbar bei Mittelmotoren sowie Radnabenmotoren. Es ist Sportlich zum fahren macht aber je nach System etwas Geräusche beim Schalten. Die Kette braucht etwas liebe und pflege von dir. Einsetzbar von City über Trekking bin zum Mountainbike. Je nach Steigung welche du bewältigen willst wäre es von Vorteil eine 11-fach Kassette zu fahren um möglichst einen grossen sowie kleinen Gang dabei zu haben. Der Verschleiss ist etwas höher bei einem Mittelmotor.
Fazit: E-MTB sicher Kettenschaltung, E-Touren oder E-City kein muss.

Nabenschaltung
Eine Nabenschaltung mit 8 oder 11 Gänge? Der Nachbar hat aber eine Stufenlose und mein Onkel erzählte mir was von elektronisch und voll Automatisch…
Shimano bietet Nabenschaltungen an mit 8 bis 11 Gänge die manuell sowie Elektronisch geschalten werden.
Enviolo (ehemalig NuVinci) hat eine Stufenlose Schaltung welche automatisch oder manuell geschaltet werden kann.
Rohloff hat auch manuell oder elekronisch diverse Nabenschaltungen mit 14 Gänge.

Nabenschaltung ist eine feine Erfindung. Kompatibel mit alles Mittelmotoren. Fahrbar mit Kette aber auch einem Zahnriemen. stufenlos oder nicht ist Geschmacksache und sollte auf jeden Fall probe gefahren werden. Im E-City bereich finde ich eine Enviolo mit einem Riemenantrieb dar Hammer. Etwas schwammiger zu fahren doch das stört in der Stadt nicht. Dafür ist es sorglos. Stell dir vor du hast ein E-City Velo wo einfach gefahren werden kann. Zum “Schalten” etwas am Hebel drehen und sonst nichts. Riemen hält länger und muss weniger oft getauscht werden. Schmieren muss man den auch nicht – toll oder?
Natürlich eine Preisfrage. Etwas günstiger ist die Shimano 11 Gang. Mit einer Kette noch etwas günstiger. Wenn du nur einige male Fahren gehst und nicht der Alltagsfahrer bist reicht auch dies.
Sobald es in E-Trekking / Touring geht kommt die Rohloff ins Speil. So wie bei allen anderen hat man den Vorteil dass die Kette kaum noch runterfallen kann. Eine Nabenschaltung ist meist sehr pflegeleicht.
Fazit: Nabenschaltung ist perfekt für E-City bis E-Trekking. Kann mit Riemen konbiniert werden. Nur mit Mittelmotor. Nicht fürs E-Bike geeignet (Gewicht im Hinterrad)

Getriebeschaltung
Bekannter Hersteller ist Pinion. Nur mit Nabenmotoren Fahrbar. Deswegen eher E-Touren und E-Trekking. Wartungsarm. Kombination mit Riemen möglich. Teuer und speziell, deswegen nur in seltenen Fälle die optimale Schaltung.

Welche Rahmengrösse brauche ich

Die Rahmengrösse sollte auf alle Fälle passen. Damit ist auch die Ergonomie abhängig wie du auf dem Fahrrad sitzt.
Ein guter Händler sollte dich gut Beraten und auf keinen Fall ein zu grosses oder kleines E-Bike verkaufen. Wie beim Fahrrad gibt es auch bei Pedelecs von jedem Hersteller Tabellen mit Grössenangaben. Ich empfehle eine gute Beratung damit du lange mit deinem E-Bike glücklich bist!
Wie du aber selbst die Sattelhöhe einstellen kannst: Sitze auf das E-Bike. Pedal ganz nach unten und mit der Ferse (Hacke) drauf. In dieser Position sollte dein Knie gerade zwischen nicht und ein wenig geknickt sein. Achte darauf dass du das Becken dabei nicht verdrehst.

Wie lange hält ein E-Bike Akku

Die Hersteller geben alle zwischen 500 bis 1’000 volle Ladezyklen an. Mit dieser Zahl kannst du aber sehr wenig anfangen.
Je nach Kilometerleistung, wie oft du den Akku auflädst, wie du ihn behandelst, wie warm/kalt er immer hat, wie du ihn bei Nichtbenutzung lagerst…

Seit Jahren fahren viele Kunden von mir mit einem E-Bike diverser Hersteller umher. Die einen etwas mehr die anderes etwas weniger. Im Durchschnitt fahren alle fünf Jahre mit einem Akku. Danach hat er die Kapazität nicht mehr und die Reichweite reicht nicht mehr. Ab 2018 kamen die ersten Hersteller wie Riese&Müller welche parallel zwei Akku einbauten. Ab 2019 werden dies viele Hersteller machen. Damit hat man von neu an eine unglaubliche Reichweite, schont die Akkus gegenseitig und kann somit auch länger Fahren.

Der Händler kann bei einigen Systemen einen Diagnosebericht erstellen. Dort wäre alles über den Akku wie volle Ladezyklen oder max. Wärme ersichtlich. Zusätzlich könnte man den Akku testen und die Kapazität auslesen, aber was bringt es dir wenn du weisst dass der Akku von 500 Wh nun noch 400 Wh hat? Du merkst es ja selbst am besten wie weit du noch kommst und ob es für deine Ausfahrt noch reicht.

Woran erkenne ich wie weit ich mit einem E-Bike komme

Das ist wirklich eine schwierige Frage denn es hängt nicht nur von einem Faktor ab. Bekannte Hersteller wie z.b. Bosch bietet einen Rechner an zum schauen wie weit es geht. Dort siehst du mit welcher Faktoren es alles zusammenhängt. Klicke HIER wenn du zu Bosch auf die Webseite willst für den Reichweitenrechner.

Natürlich kann man auch die restlichen Systeme über den Daumen ausrechnen. Massgeblich ist die Kapazität welche in Wattstunden angegeben wird (z.B. 400Wh oder 500Wh).
Wattstunden (Wh) ist das Produkt aus Spannung (Volt V) und Ladung (Amperestunde Ah).
Hat man nun ein 36V System mit 14 Ah ergibt sich eine Kapazität von 504 Wh. Rein Mathematisch würde dies bei einem 250 Watt Motor für ca. 2 Stunden Unterstützung sorgen.

Die Theorie hat in diesem Fall aber wenig mit der Realität zu tun. Es kommt auf sehr vieles an wie z.B: Kapazität vom Akku (haben wir nun geklärt) Area Phone Code 450 , Gewicht Fahrrad und Fahrer, Luftdruck, Untergrund, Fahrmodus, Geschwindigkeit, Trittfrequenz, stop and go, Motor und noch vieles mehr.

Am besten probierst du die verschiedenste Hersteller aus und testest es selbst wie weit man kommt!